Nachruf Thomas Mauß mit Bitte um Unterstützung seiner Söhne


Als ich im Februar 1977 das Licht der Welt erblickte, war Thomas bereits da: er bezog knapp 4 Jahre zuvor mit seinen Eltern, kurz nach dem Einzug meiner Eltern in die Badstraße 9, die Wohnung im 1. Obergeschoss. Unter diesem Dach durchlebten wir nebeneinander unsere Kindheit, Jugend und die Zeit als junge Erwachsene. Der Umstand, dass seine Mutter Margret und sein Vater Roland meine Taufpaten wurden lässt wohl vermuten, dass Thomas unter den 10-15 ersten Personen war, die ich überhaupt in meinem Leben kennen lernen durfte.


Die Begebenheit, dass ich ohne Geschwister aufwachsen musste, ließ Thomas und seinen Bruder Markus eine Art Ersatzbrüder für mich werden – die Wege im Haus waren kurz und so konnten wir häufig zusammen spielen, aber auch viel gemeinsame Zeit im Sandkasten, im Flecka oder im Täle, mit dem Bau von Lägerla, Schnitzeljagd oder weiteren Dingen, die man damals so in unserer Kindheit getan hat, verbringen. Natürlich haben sich mit steigendem Alter die Horizonte erweitert und man ging getrennte Wege, fand jedoch immer wieder zusammen, um ins Stadion, auf den Wasen, zu Ski-Ausfahrten zu gehen oder uns einige Jahre lang bei den Freizeitkickern Ebersberg donnerstags gegenseitig auf die Füße zu kloppen und herumzubolzen. Freilich war die Fahrt zum DFB-Pokalfinale 1997 in Berlin mit dem Pokalsieg des VfB einer der Höhepunkte unserer Ausflüge.


Zugegebenermaßen hatten wir die letzten Jahre nicht mehr so viel Kontakt und gemeinsame Erlebnisse wie in der ersten Hälfte unseres Lebens und trotzdem oder gerade deswegen war es mir immer eine große Freude, Thomas, eher zufällig, irgendwo zu treffen oder eben bei uns auf dem Hof, wenn er, wie er das sehr häufig tat, seine Mutter besuchte. Ich empfand ihn mit seiner offenen, ehrlichen und geselligen Art immer als einen angenehmen Gesprächspartner. Jeder der „Mausi“ etwas näher kannte weiß, dass er immer hilfsbereit war und ein ausgesprochener Familienmensch, denn neben seiner Mutter hat er sich trotz der Trennung von seiner damaligen Lebensgefährtin Tanja rührend um seine Jungs Jonas und Tim gekümmert, was sich wiederum unter anderem positiv auf das Verhältnis zu ihr auswirkte. Aufgrund dieser persönlichen Eigenschaften kann ich mir nicht vorstellen, dass Thomas irgendwo unbeliebt war oder gar Feinde hatte, weshalb sich in mir die Hoffnung regt, für dieses im folgenden beschriebene Ansinnen viele Unterstützer zu finden.


Genau so dachten wahrscheinlich auch die Verantwortlichen beim TSV Lippoldsweiler, als sie auf die Idee kamen, ein Spendenkonto für Jonas und Tim einzurichten, um auf diesem Geld für einen Führerschein, Unterstützung bei der Ausbildung oder ähnliches einzusammeln. Laut aktuellem Stand sollen sie im Alter von 17 oder 18 zum Antritt der Fahrschule Zugriff auf das Geld erhalten.


Logischerweise kann das Finanzielle keinen guten Vater ersetzen, aber aus eigener Erfahrung wissen wir als Familie Much mit am besten, wie gut es sich anfühlt, eine starke Gemeinschaft hinter sich zu haben. Uns wurden in der Zeit nach meinem Unfall viele Sorgen durch die Spendengelder abgenommen. Und genau deshalb möchte ich an dieser Stelle das Thema aufgreifen und versuchen, viele Menschen für die Idee zu gewinnen: Bekannte oder Unbekannte, Freunde oder Verwandte, Kollegen, Ex-Kollegen oder Kameraden aus den Vereinen oder der Feuerwehr, bei denen er sich engagierte. Thomas war einer, der mitten im Leben stand und seine beiden Söhne hätten ihn noch lange gebraucht! Es ist gar nicht auszudenken, was sich für eine mentale Lücke bei den Jungs auftut – aber eben auch eine finanzielle, denn auch ich machte mir erst nach meinem Unfall Gedanken, was an Waisenrente eigentlich an meinen Kindern hängen geblieben wäre, wenn ich das Ganze nicht überlebt hätte und das Ergebnis ist ernüchternd oder besser gesagt schockierend! Wenn man bedenkt, für was wir als Steuerzahler alles aufkommen müssen, ist es echt schwierig zu glauben, was diesem Staat denn eigentlich diejenigen wert sind, die den Laden am Laufen halten. Ich möchte jetzt nicht politisch werden, das gehört an dieser Stelle nicht hin, aber ich wollte nur noch einmal verdeutlichen, wie wichtig die finanzielle Unterstützung von außerhalb werden wird!


Zum Spenden stehen nun folgende Möglichkeiten zur Verfügung:


1. Die beiden Konten/Sparbücher für Jonas und Tim:


Jonas Mauß: IBAN DE12602911200127249400

Tim Mauß: IBAN DE75602911200034602402


Jeweils bei der Volksbank Backnang. Bitte die Beträge gleichmäßig verteilen.


2. Der Spendenpool bei PayPal: hier klicken!


Die eingegangenen Gelder werden natürlich eins zu eins auf die beiden Konten verteilt.


Mir ist es selten so schwer wie heute gefallen, einen Text zu verfassen. Nicht weil ich es nicht gerne für Thomas und seine Familie getan hätte, sondern weil mir die richtigen Worte fehlen und ich nicht begreifen kann, dass tatsächlich wahr sein soll was nicht wahr sein darf! Warum wird so ein guter Mensch so plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen?


Mit diesen Zeilen verabschiede ich mich von einem sehr guten Freund, „Bruder-Ersatz“, Gefährten meiner Jugend und Kameraden der, obwohl er mit seiner neuen Lebenspartnerin Michaela nicht mehr in Lippoldsweiler wohnte, immer seine Familie und seine Heimat im Herzen trug und alles für sie, den TSV Lippoldsweiler und den VfB Stuttgart gegeben hat.


In Gedanken bin ich weiterhin bei seiner Familie und den anderen Nahestehenden!


"Thomas, wir sehen uns auf der anderen Seite des Regenbogens wieder und ich kann mir gut vorstellen, dass du dann schon das eine oder andere Bierle für uns kaltgestellt hast!"


Aktuelle Einträge
Archiv
Schlagwörter
  • Facebook Social Icon
  • Twitter Social Icon
  • Google+ Social Icon
  • Instagram Social Icon

Weitere Schlüsselwörter: 

starke Solidarität unter Kollegen – eine große Familie hilft – Zusammenhalt der Kollegen bei Daimler – trotz großem Unglück nicht allein – Hilfe für Michael Much