Unser Weihnachtsgruß

24 Dec 2018

 

Nun habe ich echt schon lange nichts mehr von mir hören lassen, weshalb ich mich heute fast schon mit einem schlechten Gewissen zurückmelde. An dieser Stelle möchte ich jetzt zu Weihnachten und zum Jahresabschluss offenlegen, was im letzten Jahr so alles vor sich ging.

 

Das Jahr 2018 startete sehr spannend, als wir die Spende von der Aktion „BKZ-Leser helfen“ und weiteren unbenannt gebliebenen Spendern erhalten haben. So konnten wir uns etwas später unser „neues“ gebrauchtes Familienfahrzeug zulegen.

 

Der nächste Eckpunkt im Jahresverlauf war die Tatsache, dass ich meinen zweiten Geburtstag infolge in einer Klinik verbringen durfte: von Anfang Februar bis Anfang März war ich zur Reha in Heidelberg. Die Ärztinnen und das therapeutische Personal waren zwar Spitzenklasse, jedoch brachte der Aufenthalt aus regenerativer Sicht nicht die erhofften Fortschritte. Leider war zu wenig Trainingszeit auf dem Therapieplan und vor allem die Physiotherapie kam hier deutlich zu kurz. Und trotzdem hatte diese Zeit in Heidelberg ihren Sinn: Hier wurden die Weichen gestellt, damit ich ab Mitte März im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme über die Rentenversicherung via Home Office in den Betrieb wieder eingegliedert werden konnte.

 

Also ging es am 12. März los, dass ich für zwei Stunden täglich meine Kollegen vor Ort von zu Hause aus unterstützen konnte. Das ließ sich recht schnell und gut in unseren Tagesablauf integrieren und es war ein wirklich tolles Gefühl, der Firma wieder etwas zurückgeben zu können, denn der Rückhalt im Betrieb mit allen Vorgesetzten, Kollegen, Personalabteilung, Werksarzt und Betriebsrat war und ist einfach gigantisch. Der Plan war, die Arbeitszeit nun monatlich um eine Stunde zu erhöhen, um zu sehen wie weit ich belastbar bin. Dieser wurde natürlich in die Tat umgesetzt, aber dazu weiter unten etwas mehr!

 

Ende März setzten wir also auch Vorhaben um, ein neues Familiengefährt zu beschaffen. Zum Glück wollte gerade eben eine gute alte Bekannte (wir gingen bereits gemeinsam in den Kindergarten und unsere Jungs gehen jetzt gemeinsam zur Schule) sich fahrzeugtechnisch verkleinern, was uns einen Touran in sehr gutem Zustand verschaffte.

 

Nachdem sich im letzten Sommer noch der Transfer von der Wohnung an die frische Luft noch etwas schwierig war, konnten wir das in diesem Jahr schon deutlich besser und so war ich im Frühjahr schon um ein Vielfaches öfter draußen, als im Jahr zuvor.

 

In den Sommerferien hatte ich dann tatsächlich auch zwei Wochen Urlaub und wir konnten endlich mal wieder als Familie (schließlich waren schon fast zwei Jahre vergangen) Ausflüge unternehmen und so waren wir auf einer privaten Stadionführung, im Mercedes-Benz-Museum, im Wildtierpark in Bad Mergentheim, im Playmobilland usw. und alle konnten die Zeit genießen.

 

Ebenfalls in den Sommerferien jährte sich meine Betriebszugehörigkeit beim Daimler zum 25. Mal, was noch eine Einladung zur Übergabe meiner Jubiläumsurkunde und -nadel bei meinem Abteilungsleiter und die Einladung zur offiziellen Jubiläumsfeier im Carl-Benz-Center nach sich zog.

 

Seit 1. Oktober arbeite ich nun wieder in Vollzeit von zu Hause aus und meine Aufgaben sind wirklich vielfältiger, als ich mir zu Beginn der Wiederaufnahme der Arbeit hätte erhoffen lassen. Ständig gibt es neue Ideen wo und wem ich unter die Arme greifen kann. Wenn man in eine Situation wie die meinige gerät, bemerkt man erst wieder, wie wichtig es auch ist, ein erfülltes Arbeitsleben zu haben. Glücklicherweise sind nun diese Weichen gestellt!

 

Über den gesamten Jahreslauf hinweg durften wir erneut viele Besucher begrüßen und auch wir schafften es, den einen oder anderen Besuch abzustatten. Desweiteren haben sich inzwischen kleine Stammtische etabliert, je nach Konstellation der Interessen: zum Fußball schauen (auch wenn es immer wieder schmerzhaft ist, dem VfB zuzuschauen), alte Freunde (aus der Kindergarten-/Grundschulzeit), neuere Freunde (aber trotzdem langjährige) usw.

 

Und was unter diesen ganzen Vorhaben natürlich auch nicht zu kurz kommen darf, sind die Familie und die Trainingseinheiten: weiterhin trainiere ich hart und teilweise unter höllischen Schmerzen für mein Comeback. Das allerkleinste Minimum was ich trainiere, ist eine Stunde am Tag, egal wie ich das hinbekomme! Zusätzlich kommen mir fünf mal wöchentlich Therapeutinnen und Therapeuten ins Haus.

 

Wie sieht es denn nun gesundheitlich mit mir aus? Tja, was soll ich schreiben? Obwohl mein Unfall inzwischen über zwei Jahre her ist, finden sich die Nervenbahnen immer mehr wieder zusammen. Ständig sind es Kleinigkeiten, die sich dann neu wieder ansteuern lassen und vor allem in Sachen Sensibilität gibt es das letzte halbe Jahr sehr viel zu berichten: alle Berührungen werden immer deutlicher, das Warm-Kalt-Empfinden verbessert sich und auch die, nennen wir es mal Muskelstellungen, werden immer genauer erkannt. Das ganze wird leider von diesen unheimlichen Schmerzen, die sich weiterhin in Form von diesem unsäglichen Kribbeln äußern, begleitet. Aber nach dem Motto „wenn es juckt, dann heilt es“ lasse ich mich nicht unterkriegen!

 

Wo stünde ich jetzt wohl ohne die Unterstützung meiner Familie, Freunde, Kollegen, Bekannten und Unbekannten, wenn man den ersten Prognosen der Ärzte Glauben geschenkt hätte? Darüber möchte ich überhaupt nicht nachdenken und wirklich allen Beteiligten, die mir und uns auch heute noch zur Seite stehen und uns in dieser vielfältigen Art und Weise unterstützen, herzlich danken! Auch wenn ich leider in diesem Jahr nicht so dazu gekommen bin über Unterstützungsaktionen usw. zu berichten, habe ich keinen von Euch vergessen und mein Ziel ist es weiterhin, irgendwann in einer angemessenen Form noch zu würdigen.

 

Nun wünschen wir Euch allen schöne Weihnachten und alles erdenklich Gute für das neue Jahr und wir hoffen, dass wir weiter auf Euch zählen können, denn einen besseren Rückhalt gibt es nicht!

 

Euer Micha mit seiner Familie

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starke Solidarität unter Kollegen – eine große Familie hilft – Zusammenhalt der Kollegen bei Daimler – trotz großem Unglück nicht allein – Hilfe für Michael Much