Offener Brief von Micha

18 Dec 2016

Offener Brief Weihnachten 2016

 

Markgröningen, den 18. Dezember 2016

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Bekannte und Unbekannte, liebe Vorgesetzte, liebe Geschäftspartnerinnen und -partner,

 

heute trete ich erstmals seit dem Unglückstag am 15. September mit der Außenwelt in Kontakt. Ermöglicht wird mir dies durch eure Großzügigkeit und das am Mittwoch, den 14. Dezember übergebene Laptop. Die letzten Tage konnte ich mich einarbeiten und traue mir nun zu, einen Weihnachtsgruß an Euch abzusetzen. Ich hoffe mir verübelt niemand die Du-Form des Schreibens, denn aufgrund des großen Engagements aller Beteiligten, nehme ich mir es heraus, alle als meine Freundinnen und Freunde anzusehen. Wenn ich oben schreibe, dass ich heute erstmals mit der Außenwelt in Kontakt trete, trifft dies nur auf die schriftliche Form zu. Erst seit rund 4-5 Wochen habe ich die Kraft, Besucher außerhalb des engsten Familienkreises zu empfangen. Was sich jedoch in diesem Zeitraum tat, sucht seinesgleichen: eines samstagabends, als sich wieder einmal ein unangekündigter Gast verabschiedet hatte, machte ich mir Gedanken, wer schon alles da gewesen sei, denn ich wollte niemanden in Vergessenheit geraten lassen. Heute tue ich mir fast schon schwer, alle zusammen zu bekommen und spiele mit der Überlegung, mir die 42 Namen zu notieren. Diese hohe Zahl zeigt mir einmal mehr, wie groß mein Rückhalt ist. Was in der Firma und unter den Kollegen läuft, kann ich von hier aus nur erahnen. Das gibt mir Kraft und stärkt meinen Willen, das Beste aus meiner Lage zu machen. Nicht nur finanzielle Zuwendungen, sondern auch Karten, Briefe und Geschenke an meine Familie, machen es uns leichter, mit der Situation umzugehen. Dafür kann ich mich im Namen meiner Frau und meine Kinder recht herzlich bedanken. Um nicht in meinem angeschlagenen Zustand jemanden zu übergehen, verzichte ich darauf, einzelne Personen zu nennen, denn die Hauptvorantreiber wissen, dass ich an sie denke und jeder weitere von Euch trägt seinen Teil dazu bei, mich an dieser Stelle verkünden zu lassen, dass „Bewegung“ ins Spiel kommt. Heute vor genau drei Wochen fing es an, „unruhig“ in mir zu werden - ich scheine „aufzutauen“!

Mehr dazu jedoch an anderer Stelle.

 

Nochmals vielen, vielen Dank an alle. Euch und euren Familien wünsche ich schöne Weihnachten, bzw. denjenigen, die nicht feiern, schöne Tage und alles Gute fürs Jahr 2017.

 

Viele Grüße, Euer Micha

 

P. S.: Leitet bitte diese Zeilen an alle Freunde und Kollegen, die sich für mich interessieren, weiter.

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starke Solidarität unter Kollegen – eine große Familie hilft – Zusammenhalt der Kollegen bei Daimler – trotz großem Unglück nicht allein – Hilfe für Michael Much